Dorfhelferin

   
 

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Ein Tag mit der Dorfheferin

Hanna Kramer

 

Morgens um 5.30 Uhr geht es los. In einem Ortsteil von Burgebrach haben der Nebenerwerbslandwirt und die Oma, mit der Stallarbeit bereits begonnen. Die Kühe werden ausgemistet und gefüttert. Ich ziehe mich um, und übernehme zusammen mit der Oma das Melken, mit einer Eimermelkmaschine. Dazu gehört auch das Abwaschen der Euter und das Vormelken jeder Kuh per Hand.

Heute ist ein kühler Tag. Das erleichtert die Melkarbeit, da die Kühe dann nicht so sehr mit dem Abwehren von Fliegen beschäftigt sind und ruhig stehen bleiben. So landen auch nicht so viele wedelnde Kuhschwänze im Gesicht der Melkerinnen.

Der Landwirt legt noch einmal Klee vor, dann ist es für ihn auch schon an der Zeit, seinem Haupterwerb nachzugehen und sich für die Arbeit fertig zu machen.

Immer zwei Kühe werden von der Oma und mir gemolken. Die Milch gelangt vom Melkmaschineneimer über ein spezielles Milchsieb in den Kühltank der Milchkammer. Dort wird sie sofort heruntergekühlt. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir mit dem Melken fertig.

Nun sind die Kälber dran, die sich auch schon lautstark bemerkbar machen. Das kleinere Kalb ist erst gestern geboren und hat noch Probleme, die Milch aus dem Tränkeimer zu saugen.

Es braucht noch etwas Nachhilfe, in Form von Schnuller, sowie gutem und geduldigem Zureden.

Bevor ich in die Melkkammer zum Reinigen des Melkzeuges gehe, muss das Futter noch mal verteilt werden. Die Kühe schieben es gerne hin und her, ohne unser Eingreifen käme die eine oder andere futtermäßig viel zu kurz.

Die Reinigung des Melkzeuges umfasst mehrere Spülgänge, damit alles gründlich sauber wird. Zum Austrocknen wird dann das Ganze an entsprechenden Halterungen aufgehängt.

Während die Oma noch die Schweine versorgt, gehe ich schon mal ins Haus zum Frühstück. Die Bäuerin ist im Esszimmer und liest Zeitung. Viel lieber würde auch sie jetzt im Stall sein.

Doch es hilft nichts. Nach einem Unfall darf sie nicht schwer heben und ist damit für die Stallarbeit noch für Wochen außer Gefecht gesetzt.

Nach dem Kaffee geht es noch mal in den Stall. Das restliche Futter wird in den Trog gekehrt. Frische Kuhfladen werden in die Mistkarre geladen und alle Kühe bekommen frisches Stroh eingestreut, dann noch zusammenkehren – das war’s. Zwei Stunden sind inzwischen vergangen. Meine Arbeit auf diesem Hof umfasst nur die Stallarbeit. So fahre ich nun zu meinem zweiten Einsatzbetrieb, in einem Ortsteil von Stegaurach. Hier wird meine Hilfe nicht im Stall, sondern im Haus benötigt. Zu meiner Ankunftszeit um 8.00 Uhr, sind die drei Kinder schon mit der Oma unterwegs zum Kindergartenbus. Die Zwillinge Stefan und Iris sind 4 Jahre alt, Julia ist ein Vorschulkind.

Kaum bin ich am Haus, kommt Julia noch mal angesaust – Brille vergessen. Ein Blick durch die Gläser: Muss dringend noch geputzt werden! So, jetzt aber ab die Post.

Die junge Bäuerin hat Probleme mit dem Knie und kann nur mit Krücken laufen. Wir besprechen, was am heutigen Tag ansteht. Gestern wurde Stroh gepresst, das noch auf dem Wagen im Hof aufs Abladen wartet.

         
 Die Strohballen müssen dazu auf ein Band gelegt werden, das sie auf den Strohboden befördert. Doch zuvor räume ich noch die Küche und das Wohnzimmer auf, kehre alles durch und lege die Wäsche zusammen. 

Da sehe ich schon, wie der Strohwagen am Haus vorbeirangiert wird. Der Bauer ist inzwischen gekommen und hat den Wagen vor das Förderband gestellt. Er zeigt mir, wo das Band angestellt wird. Ich ziehe mir noch eine lange Hose an, da das Stroh sonst die Beine fürchterlich zerkratzen würde. So, nun kann’s losgehen. Als ich fast fertig bin, kommt der Schwiegervater des Bauern, um die Strohballen auf dem Boden aufzuschlichten. Der Wagen ist bald leer, die abgestürzten Ballen aufsammeln, Band ausschalten und noch beim Schlichten auf dem Strohboden mithelfen. –Das wäre geschafft.

Der nächste Weg führt mich direkt in den Keller. DURST ! Jetzt ist es auch schon an der Zeit sich um das Mittagessen zu kümmern. Es ist noch ein Rest Braten vom Vortag da, dazu soll es Nudeln geben und Salat aus dem Garten. Wie viele sind wir denn heute eigentlich zum Essen? 5 Personen. Die Kinder sind über Mittag im Kindergarten und essen auch dort. Auf dem Weg zum Garten kommt mir die Oma entgegen. Sie hat gegossen und den Salat schon mitgebracht.

Während des Essens fragt mich der Landwirt, ob ich auch Feldarbeit mache. Na ja – so lange es nicht Dreschen ist. Nein- er hat seine Wiesen für die Heuernte gemäht. Bei einer ist eine Spitze von der das Gras per Hand mit der Gabel weiter in die Wiese getragen werden muss. Nach dem Aufräumen der Küche, fahren wir zur Wiese. Eine halbe Stunde habe ich zu tun. Die Oma wollte mich abholen, ich laufe ihr schon mal entgegen. An der Wiese und einem Maisacker vorbei, dann sehe ich sie auch schon herfahren. Die Kinder, die sie zuvor vom Kindergarten abgeholt hat, sind auch mit dabei.

Am Hof angekommen ist meine Arbeitszeit schon fast um. Stefan, der vierjährige, nimmt sich ein Fahrrad, das er als Laufrad benutzt. Ich frage ihn, ob er Fahrradfahren lernen will. Ich halte ihn und er fährt mehrmals den Hof auf und ab. Zusehends wird er sicherer. Nachdem er keine Lust mehr hat, einigen wir uns darauf morgen weiter zu üben. Damit ist dieser Einsatz für heute beendet.

Zwei Stunden habe ich nun frei und bin zu Hause, bis ich wieder zum Melken zum ersten Einsatzort fahre. Die Arbeiten sind die gleichen, wie am Morgen. Für das Ausmisten und Füttern kommt jetzt ein Bekannter der Familie, da der Nebenerwerbslandwirt noch nicht zurück ist. Bis wir im Stall fertig sind, kommt der „Doppel-arbeiter“ auch schon nach Hause. Er schaut, ob alles in Ordnung ist und holt mit dem Ladewagen noch Grünfutter für den nächsten Tag. Jetzt habe auch ich wirklich Feierabend – bis morgen früh um 5.30 Uhr.

Solche Doppeleinsätze sind eher die Ausnahme, da die Arbeitszeit und die Entfernung der Betriebe zusammenpassen müssen. In diesem Fall war dies gut zu bewerkstelligen.

Ihre Hanna Kramer

   

 Unsere Dorfhelferin ist ausgebildet und entsandtvon der

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